Bach-Beethoven

1999/2000

1. Programm

J. S. Bach: Das Wohltemperierte Klavier, Teil 1, Nr. 1-4
L. v. Beethoven: 6 Bagatellen, op. 126

J. S. Bach: Das Wohltemperierte Klavier, Teil 1, Nr. 5-8
L. v. Beethoven: Sonate A-Dur, op. 101

2. Programm

J. S. Bach: Das Wohltemperierte Klavier, Teil 1, Nr. 9-12
L. v. Beethoven: Sonate E-Dur, op. 109
J. S. Bach: Das Wohltemperierte Klavier, Teil 1, Nr. 13-16

L. v. Beethoven: Sonate B-Dur, op. 106 “Hammerklavier”

3. Programm

J. S. Bach: Das Wohltemperierte Klavier, Teil 1, Nr. 17-20
L. v. Beethoven: Sonate As-Dur, op. 110

J. S. Bach: Das Wohltemperierte Klavier, Teil 1, Nr. 21-24
L. v. Beethoven: Sonate c-Moll, op. 111

 

“Das wohltemperierte Klavier ist das Alte, die Beethovenschen Sonaten das Neue Testament.” (Hans v. Bülow)

Der dreiteilige Zyklus möchte auf die enge Verbindung im musikalischen Denken der beiden Komponisten hinweisen.
Erwin Ratz hat in seiner „Einführung in die musikalische Formenlehre“ die Bedeutung der Bachschen Formprinzipien – besonders auch der Inventionen – für das Verständnis der Werke Beethovens eindrucksvoll nachgewiesen. Wir finden die gleichen Gestaltungsprinzipien wirksam und immer auch das Bestreben, die formale Funktion der einzelnen Abschnitte in größtmöglicher Klarheit darzustellen – bei aller Komplexität innerhalb eines Formteiles.

Keinesfalls sehen wir in den letzten Werken Beethovens ein „Zertrümmern der Form“. Gerade sein Spätwerk ist von barocken Einflüssen, insbesondere der Hin- bzw. Rückwendung zur polyphonen Schreibart, geprägt. Als Höhepunkte seien die Fugen der Sonaten op. 106 und op. 110 genannt. Auch innerhalb homophoner Sätze kann abschnittsweise die polyphone Darstellung eingesetzt werden. Selbst die Stimmführung homophoner Abschnitte ist nun durchdrungen von der „neuen Polyphonie“ (A. Brendel).

Trotz aller Überlegungen zu formalen Gemeinsamkeiten soll sich aber das Hauptaugenmerk immer auf den individuellen Charakter und die Leidenschaftlichkeit dieser Gipfelwerke des Repertoires richten.